Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert

Es ist vollbracht: Nach beinahe sechs langen Jahren hat das Mammutprojekt Gran Turismo 5 endlich seinen Weg in die Händlerregale und damit in unseren Testparcours gefunden. Ob der Titel auch in eure Wohnzimmer gehört, lest ihr hier.

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  ZoomJapanern im Allgemeinen sagt man ja positive Eigenschaften, wie Fleiß und Zuverlässigkeit, nach und Kazunori Yamauchi galt auch schon früher als hemmungsloser Perfektionist, aber was er und sein Studio Polyphony Digital mit dem aktuellen Projekt veranstaltet haben bewegt sich wahrlich jenseits aller Eventualitäten. Gran Turismo 5 hat eine beispiellose, fünfeinhalb Jahre dauernde Odyssee hinter sich und dabei fing alles so verheißungsvoll an: Bereits kurz nach dem Release von Gran Turismo 4 deutete schon der Vision Gran Turismo-Trailer auf der E3 2005 an, wo die Reise hingehen soll.

Pünktlich zum Start der PlayStation 3 hierzulande im März 2007 stand dann auch mit GT HD die erste frühe spielbare Demoversion zum Download bereit, der ein Jahr später die obligatorische Vorabversion, Gran Turismo 5 Prologue folgte. Aber dann wurde es richtig bitter, denn die Monate und Jahre vergingen, während man bei Polyphony Digital in Tokio munter fleißig weiter neue Features - Stichwort 3D - ins Spiel packte und ganz nebenbei auch noch die ebenfalls längst verschollene PSP Version fertig wurde. Um Gran Turismo 5 rankten sich derweil immer mehr Gerüchte und nicht selten war Herr Yamauchi selbst der Ursprung dafür.

Faktisch wurde das Spiel erst vom März 2010 auf Anfang November und dann noch einmal kurzfristig auf den 24. November verschoben, sodass GT5 nun, pünktlich zum umsatzträchtigen Weihnachtsgeschäft, endlich in den Regalen steht. Damit auch genug des verbalen Vorspiels, los geht es mit dem Review von Gran Turismo 5.

Erst die Arbeit

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Also Blu-ray-Disc rein in die PS3 und ab dafür - denkste. Noch bevor es ins Spiel geht, klopft direkt der erste Patch an die Tür. Die gut 130 Megabyte bringen das Spiel auf die Version 1.01, was vor allem Online- Probleme beheben soll, aber dazu später mehr, denn schließlich wollen wir ja erst einmal einfach anfangen zu fahren. Nachdem der Patch installiert ist, steht zur Überraschung gleich der nächste Datenbrocken an. Rund 8 GB möchte GT5 auf unserer Festplatte ablegen, um Ladevorgänge zu verkürzen. Das Ganze dauert rund 45 Minuten, kann aber auch einfach abgebrochen werden. Dann installiert das Spiel im Hintergrund weiter. Wer den wertvollen Platz auf seiner HDD nicht dafür opfern möchte, der kann dies natürlich im Optionsmenü einstellen.

So, jetzt geht es aber wirklich los, zumindest irgendwie, denn wir befinden uns im Hauptmenü von Gran Turismo 5, das, wie alle Oberflächen, von Grund auf neu gestaltet wurde. Umso erstaunlicher ist, dass dabei Bedienlogik und Benutzerführung offenbar wenig Beachtung gefunden haben. Grundsätzlich ist eine Vielzahl in der Regel zu klein geratener Buttons über den gesamten Bildschirm verteilt. Das Ganze sieht nicht nur ein bisschen aus wie Windows 95, sondern steuert sich auch so, nur eben ohne Maus, was an der Stelle natürlich fatal ist.

Damit sind die neuen Menüs von GT5 mindestens so verwinkelt wie die des Vorgängers, nur mit dem weiteren Nachteil, dass sich nun auch alte Hasen nicht mehr auf Anhieb zurechtfinden. Daneben weiß das Spiel beständig mit immer wieder neuen, langweiligen und unübersichtlichen Pop-Up-Textboxen mit viel zu langem, viel zu klausulierten Inhalt zu nerven. Nicht dass es für die Qualität eines Rennspiels entscheidend wäre, aber andere Spiele des Jahrgangs 2010 sprechen mich sogar persönlich mit Vornamen an und in GT5 muss ich mir fast alles selber durchlesen?

Live is Life

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Hinter den ganzen Menübarrieren steckt übrigens der GT-Modus, nun GT-Life genannt und mit deutlich erweitertem Funktionsumfang versehen. Hier kann man nicht nur Fahren, Schrauben und die traditionellen Lizenzprüfungen ablegen, sondern neuerdings auch die beinahe unendlichen Möglichkeiten der heimischen Breitbandleitung nutzen. Hinter einem unscheinbaren Symbol namens Lobby versteckt sich die reichhaltige Online-Funktionalität des Spiels. Hier kann man schnell zu einem Online-Spiel mit bis zu 16 Fahrern hinzustoßen, eigene Rennen erstellen und so ziemlich alle erdenklichen Regeln und Beschränkungen selbst festlegen.

Jeder Online-Session ist eine Lobby vorgeordnet im der man zum Beispiel Chatten und sich laufende Rennen ansehen kann. Außerdem können sich die Spieler in einem "Freien Fahren" zunächst mit Wagen und Strecke vertraut machen. Natürlich ist es auch möglich private Lobbys nur für sich und seine Freunde zu reservieren. Neben dieser reinen Rennkomponente fördert GT5 das Miteinander aber auch sonst wo es kann. Man kann so ziemlich jeden Spielgegenstand, egal ob Auto, Lackierung oder Strecke, mit seinen Freunden teilen und an der obligatorischen Pinnwand lassen sich außerdem Kurzmitteilungen posten.

Über die Stabilität der Online-Sitzungen können wir, zumindest nach dem zweiten Patch auf Version 1.02 nicht meckern. Nichtsdestotrotz erfordert gerade auch die neue Online-Abteilung einiges an Einarbeitung. Davon abgesehen bietet der GT-Modus die bekannte Mischung aus Rennen fahren, Schrauben, den traditionellen Lizenzprüfungen und auch die Fotoreise ist wieder mit dabei. Fotos lassen sich aber auch jederzeit mit Hilfe eines umfangreichen Werkzeuges aus einem Replay heraus machen und später natürlich ebenfalls mit Freunden teilen.

Stars and Cars

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Ansonsten finden sich im GT-Life-Bildschirm noch zwei weitere interessante Buttons. Der eine ist mit Spezialaufgaben bezeichnet und führt zu einer Reihe von gesonderten Rennen mit besonderem Beigeschmack. Ob nun der Einstieg in die Motorsportwelt mit den Kart-Rennen, die von Jeff Gordon höchstpersönlich begleitete NASCAR-Schule oder ein verrücktes Rennen mit dem Hippie-Oldie VW Samba Bus auf dem Top-Gear-Teststrecke, die Spezialaufgaben bieten eine nette Abwechslung zum Rennalltag, auch wenn sie im Grunde nichts anderes als die häufig verhassten Lizenzprüfungen sind. Aber zum einen kann man hier relativ schnell sein Portmonee und gleichzeitig auch sein Erfahrungslevel aufbessern.

Letzteres ist eine weitere Neuheit von GT5, funktioniert aber genau so wie in jedem anderen Spiel auch. Das heißt: Mit fortlaufendem Spielverlauf und Erfolgen werden nach und nach neue Events freigeschaltet. Das zweite, wiederum sehr unauffällige Symbol ist das des Museums. Neben Geld, XP und Wagen bekommt man in GT5 auch Musemskarten als Belohnung geschenkt. Jede dieser Sammelkarten erzählt dann eine interessante Anekdote aus der vielfältigen Geschichte verschiedener großer Automobil-Hersteller. Ein wirklich interessanter wie auch innovativer Ansatz, auch wenn die Umsetzung mit den Karten leider, wie die meisten echten Museen auch, staubtrocken ist.

Strecke auf Bestellung

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Abseits vom GT-Life-Modus finden sich im Hauptmenü von GT5 noch zwei neue Spielmodi, nämlich der Strecken-Editor und GT TV. Handeln wir zunächst GT TV ab, was kurz und knapp geht, weil der Service anscheinend noch nicht aktiv ist und wir zumindest während der gesamten Testphase keinen Kontakt zum Server herstellen konnten. In Zukunft wird es hier, dem Vorbild aus GT5 Prologue folgend, wohl allerhand kostenlose wie auch kostenpflichtige Videos zum Thema geben.

Etwas interessanter ist dann schon der Strecken-Editor, der es dem geneigten GT5-Spieler ermöglicht zusätzlichen Content für sein Spiel zu erstellen oder besser erstellen zu lassen, denn der Editor ist hier nicht der Spieler, sondern vielmehr ein Zufallsgenerator. Ganz so wie Lottospielen ist das dann aber auch wieder nicht, weil man zunächst einmal die Umgebungsgrafik aus sieben unterschiedlichen Landschaften, darunter auch Schotter und Schnee, auswählen und anschließend verschiedene Eigenschaften der Strecke vorgeben kann. Einzelne Kurven lassen sich zwar nicht editieren, aber durch die Sektorenanzahl und deren Komplexität lassen sich zum Beispiel die Streckenlänge und Anzahl der Kurven indirekt vorgeben.

Außerdem kann man noch wählen, wie breit die Straße im jeweiligen Streckenabschnitt ausfallen soll und wie eng Kurven geschnitten werden. Zuguterletzt kann man entweder Wettereffekte oder Tag-/Nachtzyklus hinzuschalten und direkt Probe fahren. Wem das Ergebnis gefällt, der kann es natürlich per Internet mit seinen Freunden teilen.

Masse kontra Klasse?

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Eine der schon im Vorfeld wohl am heftigsten diskutiertesten Eigenschaften von Gran Turismo 5 ist zweifelsohne das zweigeteilte Fahrzeugaufgebot. Manch einer mag es eine Mogelpackung nennen, denn de facto sind von den traumhaften 1.031 Wagen weniger als ein Viertel wirklich traumhafte Premium-Modelle, die von Grund auf neu für die Power der PS3 modelliert wurden, sich ein Vielfaches an Polygonen genehmigen und daher zum Beispiel mit superdetaillierten Interieuransichten und einem erweiterten Schadensmodell aufwarten können. Die Mehrheit der Wagen im Spiel sind Standard-Wagen die mehr oder weniger einfach hoch gerendert wurden.

Auf den ersten Blick macht das, abgesehen von eben der Lenkradperspektive und den härteren Beschädigungen, keinen Unterschied und das neue Beleuchtungssystem von GT5 tut sein Bestes, um die Unterschiede zu verstecken. Wer aber weiß wo er zu suchen hat, findet schnell und deutlich die teilweise gravierenden Qualitätsunterschiede. Im Grunde sind die Standard-Wagen tatsächlich auf GT4-Niveau, also quasi eine ganze Hardware-Generation alt. Das sieht man sowohl an der Polygonrate als auch an den Texturen. Die Standard-Modelle sind längst nicht so detailliert, deutlich kantiger und teilweise matschig oder pixelbedeckt. Alles in allem kein Vergleich zu den Premium-Fahrzeugen und eigentlich einer PS3 nicht würdig.

Zur besseren Einordung ein kleiner Vergleich: Forza Motorsport 3 hatte rund 400 Fahrzeuge, aber auch deren Qualität schwankt von Wagen zu Wagen etwas. Die GT5 Premium-Wagen sind nun noch eine gute Ecke detaillierter, aber es scheint als hätte die Industrie hier langsam eine Grenze erreicht - die Spitze dessen, was selbst für ein AAA-Projekt mit einem riesigen Budget, unglaublich viel Manpower und Workload zu machen ist.

Alte Lieben und neue Freunde

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Das zweite große Inhaltsschwergewicht, welches GT5 mitbringt, sind die Strecken. Auf rund 20 verschiedene Umgebungen verteilen sich über 70 unterschiedliche Streckenkonfigurationen. Kurse wie Tokyo R246, Grand Valley oder der Autumn Ring sind echte Klassiker im Programm von Gran Turismo, aber auch alte Bekannte aus früheren Tagen, wie Rome Circuit sind wieder mit dabei. Daneben gehören noch der königliche Park von Monza und ein Stadtkurs im Herzen von Spaniens Hauptstadt Madrid zu den neuen Rennpisten.

Im Gegenzug muss man aber auch auf viele Highlights aus dem Aufgebot vom Vorgänger GT4, wie zum Beispiel die bildhübschen und superengen Stadtkurse von Citi di Aria und Costa di Amalfi oder die Grand Canyon Rallye-Etappe mit ihrer bombastischen Aussicht verzichten. Überhaupt fällt die Auswahl der Rallyekurse etwas dünn aus. Hier gibt es nur Chamonix als Schnee-Etappe mit immerhin drei Konfigurationen, eine Schotterpiste in der Toskana und das bereits bekannte Eiger Nordwand-Setting.

Besser sieht es für Rundstrecken-Freunde aus, denn mit Monaco, Fuji, Suzuka, Le Mans und allen Varianten des Nürburgrings hält Gran Turismo 5 an dieser Stelle einige der interessantesten und herausforderndsten Rennstrecken der Welt für euch bereit.

Schrauben und Staunen

In bester GT-Tradition erlaubt auch der fünfte Teil wieder umfangreiches Tunen der eigenen Boliden und zwar gleich in mehrerer Hinsicht. Zum einen gibt es im Ausrüstungsmenü die Möglichkeit nahezu jeden Bereich des Wagens mit Upgrades zu bestücken. Ob nun Motor, Ansaug- und Auspufftrakt, Fahrwerk oder Getriebe, wirklich vieles, wenn auch lange nicht alles, ist möglich. Die Bremsen zu verstärken geht hingegen überraschenderweise nicht mehr. Zusätzlich zu diesen inneren Werten gibt es bei GT Auto nun mehr Möglichkeiten auch optische Veränderungen vorzunehmen. Wagen können nun, übrigens genauso wie die Felgen, auch nach dem Kauf noch umlackiert werden, auch wenn der Mechanismus dafür mal wieder unnötig kompliziert ausfällt.

Heckflügel stehen fast jedem Auto gut, Front- und Heckschürzen sind dagegen, genauso wie das Komplettpaket der Rennsportmodifikationen, längst nicht für alle Fahrzeuge verfügbar. Dritter Schritt auf dem Weg zum individuellen Rennwagen ist das Setup, das je nach installierten Tuning-Teilen unterschiedliche Möglichkeiten bietet. Wie schon in GT4 kann man hier fast alles bis ins kleinste Detail konfigurieren und dank Datenmonitor auslesen.

Die Evolution der Perfektion

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom In Sachen Fahrverhalten haben sich einmal mehr viele Veränderungen ergeben. In GT5 gibt es nur noch eine Fahrphysik und die ist prinzipiell für alle gleich und damit ist die erst in Prologue eingeführte Wahlmöglichkeit zwischen "Standard" und "Professionell" schon wieder verschwunden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich das Handling und damit der Schwierigkeitsgrad vielfältig auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Der hängt nämlich zum Beispiel schon einmal von der verwendeten Eingabemethode ab. Während mit dem Standard-Controller der PS3 relativ grobe Eingaben ausreichen, kann beziehungsweise muss man bei Verwendung eines Lenkrades viel zielgerichteter zu Werke gehen.

Freigelassen fordert einen das Fahrverhalten von GT5 nämlich permanent heraus und einhundertprozentige Konzentration ist Pflicht. Die Wagen sind ständig in Bewegung und das kann man auch spüren, natürlich ganz besonders gut, wenn man, wie wir, mit einem Fanatec Turbo S Wheel unterwegs ist. Jede noch so kleine Lageveränderung und jeder Rutscher sind dank erstklassigem Force Feedback schon im Ansatz spürbar und weil GT5 sowohl Über- als auch Untersteuern absolut naturgetreu umsetzt, macht das Reiten auf der Rasierklinge des Limits so unglaublich viel Spaß - erst recht wenn dann noch Wettereffekte oder wechselnde Tageszeiten hinzukommen.

Natürlich bietet das Spiel gleich eine ganze Reihe von wirksamen Fahrhilfen, angefangen bei der klassischen Ideallinie über ABS und Traktionskontrolle bis hin zur Definition des Gripniveaus neben der Strecke. Aber mal ganz ehrlich, wer GT5 so fährt, dem entgeht der größte Spaß. Wenn GT5 eines richtig gut macht, dann die Fahrphysik. Außerdem lassen sich die Hilfen leider nicht während des Rennens zu- oder abschalten sondern nur aus dem Rennmenü heraus aktivieren/deaktivieren. Aber die Sache mit der Benutzerfreundlichkeit hatten wir ja schon zu Genüge thematisiert.

Altmetallverwertung

Noch länger als auf GT5 mussten Gran Turismo-Fans auf ein Schadensmodell warten das schon einmal zu GT4-Zeiten im Gespräch war, seinerzeit aber abgelehnt wurde, weil Kazunori Yamauchi der Meinung war, dass nicht genug Leistungsreserven vorhanden wären um das System richtig umzusetzen. Wenn man sich jetzt das in GT5 umgesetzte Endergebnis anschaut, kann man sagen, dass die PS3 dafür mit Ach und Krach anscheinend gerade so ausgereicht hat. GT5 erlaubt, zumindest was die Premium-Autos anbelangt, an sich schon recht aufwändige Verformungen der Karosserie inklusive abfallender Bauteile wie Schürzen, Türen und Klappen. Bis man jedoch die volle Härte zu spüren bekommt, muss man sich erst einmal einen gewissen Level im A-Spec erarbeiten.

Anfangs kann man mehrfach unbesorgt in Kamikaze-Manier munter gegen Hindernisse knallen ohne große Einschränkungen zu erfahren. Aber auch später werden die Autos von GT5 der Sensibilität ihrer realen Vorbilder nicht gerecht, auch wenn sie physikalisch beeinträchtigt werden. Wohl eher aus einer Lizenzierungsproblematik heraus muss man zum Beispiel auf zerberstende Scheiben oder noch gröbere Beulen verzichten.

Das Gute, das Schlechte und das Hässliche

Spieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauertSpieletest: Gran Turismo 5 - Wenn es mal wieder länger dauert  Zoom Das Thema Grafik und Gran Turismo 5 ist so komplex wie vielschichtig. Fakt ist, dass GT5 so viele grafische Funktionen nutzt und unterstützt wie kaum ein anderer Titel. Stellenweise abartig hohe Polygonraten, brillante Spiegelungen und exzellente Schatteneffekte sind genauso referenzverdächtig wie die sinnvoll eingesetzte HDR-Beleuchtung. Obendrauf kommt dann für besonders solvente Zocker auch noch der zurzeit beste Effekt für stereoskopisches 3D. Und trotzdem, unterm Strich sieht Gran Turismo 5 nicht radikal besser aus als sein inzwischen zweieinhalb Jahre alter Vorläufer GT5 Prologue. Doch woher kommt das?

Zum einen bringt GT5 viele Grafikverbesserungen mit die erst auf den zweiten Blick zu sehen sind, wie zum Beispiel die neuen, viel schickeren Gras-Texturen an Randsteinen oder die dynamischen Wettereffekte und Tag-/Nachtwechsel. Diese Effekte allein sind so komplex und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, dass sie der Realität beinahe in nichts nachstehen. Auf der anderen Seite halten neben diesen Verfeinerungen gleichzeitig auch ein paar Schönheitsfehler Einzug. Hässliche nervige Zeilenfehler stören das Bild, insbesondere wenn viel Action auf dem Bildschirm herrscht. Ebenso unschön anzusehen sind die Gischt- und Rauchschwaden die mangels Filterung direkt am Fahrzeug deutliche Kanten ausbilden.

Zuguterletzt schafft es das Spiel leider nicht jederzeit seine 60 Bilder pro Sekunde aufrecht zu erhalten, auch wenn das vielleicht nur fünf Prozent der Fälle betrifft. Und dennoch erreicht das virtuelle Bild mit Gran Turismo 5 auf der PlayStation 3 eine beeindruckende Qualität und Bandbreite. Selbstverständlich wäre es lächerlich auf einem derartig hohen Niveau zu viel zu meckern, aber GT5 zeigt auch, wo die Leistungsgrenzen der aktuellen Konsolen liegen.

Endlich!

Endlich einen richtigen Sprung nach vorn hat Gran Turismo im Audiobereich gemacht. Bei über 1.000 Fahrzeugen gibt es natürlich immer noch einige Motorengeräusche die sehr generisch klingen, doch insgesamt und ganz besonders auch im Einzelfall sind die Klänge der Maschinen ein wahrer Quell der Freude. Ob nun der dicke, altmodische V8 eines Dodge Challenger SRT8 oder hochdrehende Drehzahlschleudern vom Schlage eines Gallardo oder Ferrari 458 Italia, jede Maschine hat ihren Reiz und eine beeindruckende Spielbreite an Stimmlagen. Musikalisch gibt es neben dem von Haus aus sehr breit aufgestelltem Soundtrack mit Songs aus Rock, Synthi und Jazz auch die Möglichkeit die eigene Musiksammlung einzubinden. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle ist, wie bereits erwähnt, die unzureichende Synchronisierung der Spielinhalte.

Fazit:

Mit einer derart langen Entwicklungszeit und dem GT-Erbe im Nacken ist es nur logisch, dass die Erwartungshaltung an das Spiel enorm sogar gewaltig ist. Vielleicht zu gewaltig, denn wer mit dem Anspruch Perfektion vorzufinden an GT5 herantritt, wird enttäuscht sein. GT5 offenbart ungewohnt viele offene Baustellen. Am offensichtlichsten sind natürlich die verschiedenen kleinen Unsauberkeiten der Grafik, aber auch die Netzwerkfunktionen scheinen noch nicht ganz ausgereift zu sein.

Gran Turismo 5 ist Kazunori Yamauchis ambitionierter und zugleich ehrenwerter Versuch der virtuellen Verneigung vor dem gesellschaftlichen und kulturellen Phänomen des Automobils, aber Qualität und Konzept hinterlassen einige Fragezeichen. Als modernes Rennspiel, und damit gemessen an den Wettbewerbern, kann GT5 wenig beeindrucken. Ist Kazunori Yamauchi mit seiner Vision von GT also gescheitert? Mitnichten, denn in seinen starken Momenten, wenn Fahrphysik, Grafik, die Wettereffekte, der Sound und all die anderen kleinen Details zusammenkommen, erreicht GT5 das wonach jedes andere realistische Rennspiel unaufhörlich sucht: fahrdynamische Vollendung. Mit dem richtigen Auto auf der richtigen Strecke ist GT5 schlichtweg ein atemberaubendes Fahrerlebnis. Bereits erfolgte und in Aussicht gestellte Updates lassen zudem die Hoffnung aufkommen, dass Polyphony Digital Schritt für Schritt überall dort nachbessern wird, wo die auf Blu-ray-Disc gepresste Spielversion im Auslieferungszustand nicht vollends überzeugen kann.



Tags: Gran Turismo 5, GT5, Test, Testbericht, Review, PS3


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