Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm

THQs traditionsreiche Offroad-Rennspielreihe meldet sich 2010 komplett runderneuert zurück und hat unseren ausführlichen Testparcours absolviert. Lest hier, wie sich MX vs. ATV Reflex spielt.

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  ZoomLange bevor andere Hersteller das Offroad-Genre für sich entdeckten, waren die in Phoenix ansässigen Entwickler schon mittendrin im Matsch. Spiele wie Motocross Madness und ATV Offroad Fury sind genauso Bestandteil ihrer beeindruckenden Historie, wie eben die aktuelle MX vs. ATV-Reihe. Nach dem eher konservativen Next-Gen-Auftakt im März 2008 mit MX vs. ATV Untamed, haben die Entwickler nun fast zwei Jahre harte Arbeit in die Weiterentwicklung ihres Erfolgsrezepts gesteckt.

Und so sind wir natürlich äußerst gespannt, was bei der Grundsanierung des beliebten Offroad-Racersherausgekommen oder auch übrig geblieben ist. Genau diese Frage klären die nun folgenden Zeilen.

Steckt viel drin

In bester Tradition seiner zahlreichen Vorgänger und Spin-Offs steht natürlich auch bei MX vs. ATV Reflex die Abwechslung wieder ganz oben und das gilt für die Vehikel genauso, wie für die Level und die Spielmodi. Neben zwei Motocross-Klassen mit unterschiedlichem Hubraum, gibt es natürlich All Terrain Vehicles, also ATVs, aber auch noch zusätzlich Offroad-Buggies, Sport-Trucks und so genannte UTVs. Das sind jene lustigen Offroad-Spielzeuge die aussehen wie höher gelegte Golf-Karts. Mit Ausnahme einiger lizenzierter Produkte aus dem Hause KTM, sind leider sämtliche Vehikel im Spiel der Fantasie der Entwickler entsprungen.

Bei den Levels gibt es neben drei großen Sandbox-Arealen zur freien Erkundung auch jede Menge Modi- und Vehikel-spezifische Strecken sowie Motocross-Events. Insgesamt gibt es sieben verschiedene Spielmodi vom herkömmlichen Rennen über Checkpunkt Rennen bis hin zu Freestyle-Events.

Mut zur Hässlichkeit

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom Ein kleiner Wermutstropfen gleich zu Beginn ist, dass all die schönen Inhalte in dem, mit Verlaub, hässlichsten und dazu auch noch unübersichtlichsten Menü verpackt wurden, die ich seit Jahren in einem Videospiel gesehen habe. Auch wenn zumindest die Optik natürlich eine rein subjektive Geschmacksfrage ist, so lässt sich nicht bestreiten, dass die hier verwendete Oberfläche mit ihrem Grau in Grau im Vergleich mit der dynamischen Ingame-Montage aus DiRT 2 beispielsweise keinen Stich sieht.

Was bin ich?

Mein größtes Problem mit MX vs. ATV Relfex ist, dass ich auch nach zahlreichen Spielstunden nicht feststellen kann, welche Art von Rennspiel der THQ-Offroad-Titel letztendlich sein will. Grund für diese gefühlte Identitätskrise ist das zweischneidige Spielgefühl. Auf der einen Seite nutzt Entwickler Rainbow für die Steuerung ein durchaus komplexes System aus getrennter Bike- und Fahrersteuerung. Das Ganze funktioniert so, dass man mit dem linken Analogstick des Pads lediglich die Position des Lenkers seines Vehikels regelt, während man gleichzeitig mit dem rechten Stick völlig unabhängige Kontrolle über die Bewegungen und Ausrichtung des Fahrers und damit des Schwerpunkts hat.

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom Rainbow nennt das Racing Rythm Engine 2 und verspricht damit nie da gewesenen Realismus, was es definitiv mit sich bringt ist Anspruch. MX vs. ATV ist absolut kein einfaches Spiel. Während das geradlinige Tutorial noch eine willkommene Hilfe beim Erlernen der grundlegenden Fahrmanöver ist, hilft es kaum bei deren gezielter und nützlicher Anwendung im eigentlichen Rennbetrieb. Hier hilf nur eines, nämlich Fahren. Eine gute Hand voll Spielstunden sollte man schon einkalkulieren, um einigermaßen warm zu werden mit der neuen Steuerungsmethodik. Insbesondere dann, wenn auch spektakuläre Tricks ins Spiel kommen.

Fortgeschrittenenkurs für Physik und Flugdynamik

Um euch die Problematik zu verdeutlichen, möchte ich euch gerne ein Muster für einen kleinen Trick nachzeichnen. Der Name des Tricks heißt Superman Seat Grab und so wird er gemacht: Zunächst einmal müsste ihr natürlich in die Luft kommen, also springen wir über eine Rampe. Um dabei jedoch richtig viel Höhe zu gewinnen, muss in bewährter MX vs. ATV-Manier vorgespannt werden. Dafür zieht man während der Fahrt in der Rampe den rechten Stick nach hinten, womit also das Gewicht des Fahrers nach hinten verlagert wird.

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom So weit, so gut. Einmal in der Luft, müsst ihr die Trick-Taste, auf dem PS3-Pad L1, gedrückt halten um in den alternativen Modus für den rechten Stick zu schalten, denn mit eben diesem rechten Stick werden auch die Tricks selbst ausgeführt. Für unseren konkreten Fall des Superman Seat Grab bedeutet das, dass wir während die L1-Taste gehalten wird den rechten Stick zunächst nach unten, dann nach oben und anschließen nach rechts drücken müssen. Beachtet dabei bitte, dass während dieser Eingabe des Tricks keine Korrekturen der Fluglage möglich sind, weil die ja auch über den rechten Stick, also die Fahrerlage, kontrolliert würden.

Ich hoffe man erkennt an diesem kleinen Beispiel, dass das Tricksen, wie auch das Fahren selbst, in MX vs. ATV Reflex relativ anspruchsvoll ist. Um einen Trick gelungen vorzuführen, muss schon so ziemlich alles passen. Die Anfahrt auf die Rampe, die Vorspannung in der Rampe, die Eingabe-Kombination und natürlich die Fluglage, um auch wieder unbeschadet auf dem Boden anzukommen. MX vs. ATV Reflex ist komplex, möchte es aber auch sein, um sich von anderen Games des Genres abzugrenzen.

Buckelpiste par excellence

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom Seiner eigenen Maxime folgend hat Rainbow auch tief in die Technologiekiste gegriffen, um sein Game noch realistischer zu machen. Neben der völlig überabeiteten Rythm Racing 2-Fahrphysik nutzen die Entwickler neuerdings auch deformierbare Terrainoberflächen, einen besonders modernen Effekt. Alle Fahrzeuge hinterlassen absolut realistische Spuren im Sand, Matsch und Schnee. Das macht nicht nur optisch was her sondern beeinflusst auch das Fahrverhalten massiv. Tiefe Furchen werden zur echten Stolperfalle, Rinnen laufen mit Wasser voll und bremsen euch tückisch aus. So weit ein wirklich gelungenes System.

Leider offenbaren sich auf diesen ultra-authentischen Buckelpisten Schwächen in der Steuerung und der Abstimmung. Die Lenkung, also der linke Analogstick reagiert, für mein Empfinden viel zu hektisch auf Eingabebefehle. Selbst auf Geraden ist es kaum möglich saubere Korrekturen der Linie vorzunehmen, sodass man häufig von einem Rand der Strecken zum anderen pendelt und Glück haben muss dabei nicht von einem der anderen Fahrer abgeräumt zu werden. Das liegt zum Teil aber auch an der Art der Streckenführung.

Hart bleibt hart

Wie bereits mehrmals angeklungen ist, ist MX vs. ATV Reflex also eher ein anspruchsvolles Rennspiel, teilweise aus gutem Grund, teilweise aber auch, und das ist sehr ärgerlich und unnötig, aufgrund von Patzern. Die Strecken selbst sind zum Beispiel sowas von vollgestopft mit Hindernissen, Sprüngen, kniffligen Kurven und den berühmten Waschbrettern, dass man so gut wie nie Zeit zum Durchatmen hat. Deswegen ist es gerade für den unerfahrenen Spieler extrem schwierig saubere Runden aufs Terrain zu legen. Ein Fehler, beispielsweise eine schiefe Flugphase und damit eine schiefe Ladung, kann sich über ganze Kurvenkombinationen hinziehen und dramatische Folgen haben.

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom Der Haken ist also, dass hier anspruchsvolle Strecken mit anspruchsvoller Steuerungsmechanik und unpassendem Gameplay zusammentreffen. Unpassend will heißen, dass der Spielablauf insgesamt viel zu schnell und hektisch für ein so komplexes und herausforderndes Fahrphysikkonstrukt ausfällt. Zwölf Fahrer heizen gleichzeitig über die Offroad-Pisten und das schon auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe nicht gerade langsam. Alle zwei Meter kommt ein Sprunghügel oder zumindest eine fiese Bodenwelle, die einen, wenn man nicht höllisch aufpasst, direkt ins Niemandsland katapultiert. Und auch das Terraindeformationssystem greift bei dieser Hektik nicht, weil eigentlich alles viel zu schnell geht, um die Streckenbeschaffenheit in irgendeiner Weise zu lesen und darauf reagieren zukönnen.

Technik-Update

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom Seitdem vor inzwischen fast zwei Jahren der direkte Vorgänger MX vs. ATV Untamed das Licht der Videospielwelt erblickte ist eine Menge in technischer Hinsicht passiert und auch die Mannen bei Rainbow sind nicht untätig gewesen, was man dem neuen Spiel ohne Zweifel ansieht. Es gibt enormen Detailzuwachs an allen Ecken und Enden, sodass die Vegetation nun endlich richtig dicht und natürlich wirkt und die diversen Texturen durch zusätzliche Mapping-Effekte viel plastischer aussehen. Massen an 3D-Zuschauern bevölkern die Szenerie und lassen diese zusammen mit den deformierbaren Oberflächen und den richtig hübschen Wassereffekten viel lebendiger wirken. Zum Glück geht das alles nicht auf Kosten der Sichtweite, die nach wie vor riesig ist und auch nur ganz selten kommt es zu Rucklern.

Spieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist ProgrammSpieletest: MX vs. ATV Reflex - Der Name ist Programm  Zoom Besonders spektakulär und auch ein wenig martialisch zeigen sich nun Stürze, da die Fahrerkörper nun per Ragdoll sehr realistisch animiert zu Boden stürzen. Negativ hingegen muss man die Bildqualität insgesamt anprangern. Die hässlichen Treppeneffekte zeugen von mangelndem Anti-Aliasing und zumindest auf der PS3 fehlt es dem Spiel auch ganz offensichtlich an Texturfiltern. Die Bodentexturen werden erst in unmittelbarer Nähe zum Spieler scharf gestellt, was zum einen richtig schlecht aussieht und zum anderen auch nicht gerade der eigenen Routenfindung durch Matsch und Morast zuträglich ist.

Jede Menge Lärm

Eines ist MX vs. ATV Reflex mit Sicherheit nicht, nämlich leise. Entweder trommeln die harten Sounds des Hard Rock- und Heavy Metal-Soundtracks auf euer Trommelfell ein, oder die Motorengeräusche bringen euch auf Touren. Trotzdem gibt es hier zwei Wermutstropfen zu vermelden. Der Soundtrack fällt wirklich sehr einseitig in die Metal-Ecke aus und verzichtet dabei auf lizenzierte Songs großer, bekannter Bands. Die Qualität der Motorengeräusche schwankt vom getunten Rasenmäher bis hin zum herrlich ungedämpften Knattern der Motocrossmaschinen und tiefen Grummeln der großen Trucks. Auch könnte die Bandbreite der einzelnen Sounds größer sein, sodass sich nicht jeder Drehzahlbereich gleich anhört.

Fazit:

Die Games der MX vs. ATV-Reihe waren schon immer etwas komplexer als andere Offroad-Racer und das hat ihnen in der Vergangenheit auch immer gut getan. Auch heute gehen die meisten anderen Games im Genre eher in Richtung Arcade. So macht es eigentlich nur Sinn ein Spiel wie MX vs. ATV Reflex in dieses Segment zu bringen, ein Spiel das viele gute Grundeigenschaften mitbringt. Optisch sind die Fortschritte jederzeit sichtbar, wenngleich bei der Bildqualität noch eine Baustelle offen ist. Inhaltlich gibt es Abwechslung satt und weil alle Modi auch mit bis zu 12 Spielern online spielbar sind auch absolut nichts zu meckern.

Spielerisch hingegen wandert das Spiel auf einem sehr schmalen Grat zwischen verdammt realistisch und einfach nur verdammt schwierig. Die Fahrphysik ist wirklich ziemlich anspruchsvoll, was toll ist, und die Strecken geizen wahrlich nicht mit Hindernissen, was auch nicht zum Nachteil sein muss. Die schlecht abgestimmte und komplizierte Steuerung aber erschwert den Zugang doch erheblich. So wird aus einem eigentlich guten Spiel in erster Linie ein verdammt schwieriges Spiel. Manche sagen, dass der Schmerz einer Niederlage die größte Motivation ist besser zu werden. Wenn dem so ist, ist MX vs. ATV Reflex unglaublich motivierend. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zunächst die Demoversion zu MX vs. ATV Reflex ausprobieren, um nicht nach wenigen Runden die Vollversion gefrustet zur Seite zu legen.



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