Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick

Von 90.000 Teilnehmern hatten es nur die 12 Besten ins große GT Academy- Finale nach Silverstone geschafft. Großer Sieger und in Zukunft Profi-Rennfahrer konnte aber nur einer werden. Ein Rückblick auf die Ereignisse des GT Academy-Finales 2011 mit Stimmen und Eindrücken der Teilnehmer.

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  ZoomGran Turismo 5 (Prolog)Bilder vom 21.06.11Für rund 90.000 Gran Turismo 5-Spieler aus ganz Europa bot die GT Academy auch in diesem Jahr wieder eine einzigartige Chance: Sony und Nissan suchten zum inzwischen dritten Mal die besten Gran Turismo-Fahrer, um einen davon auszuwählen und aus ihm einen echten Rennfahrer zu machen. Ganz dem Motto "from virtuality to reality" folgend, konnte ab dem 4. März jeder der eine PlayStation 3, GT5 und einen Online-Anschluss besaß am großen Zeitfahren direkt von seiner heimischen Couch aus teilnehmen.

Phase 1 - Zeitfahren

Zwei die das, wenngleich nicht mit Controller und Couch, sondern mit Lenkrad und Rennsitz, getan haben, sind die beiden deutschen Kandidaten für das große Finale, dem GT Academy Race Camp, der 32-jährige ehemalige BMX-Gesamtweltcupsieger Sascha Meyenborg aus München und der 18-jährige Schüler Alexander Welcke aus dem hessischen Kirchhain.

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom "Ich habe mir eigentlich vor eineinhalb Jahren erst Playstation und Rennsitz gekauft […] und dann war ich bei der letzten Academy schon so weit, dass ich unter den ersten 20 war, konnte da aber noch nicht komplett mitmachen, weil mein Knie noch so kaputt war", erklärt Sascha Meyenborg, der mit seinen blonden Haarsträhnen und dem bulligen Körperbau seinen Wettkampfgeist auch optisch klar dokumentiert, seinen Weg zur GT Academy. Für Alexander Welcke hingegen ist es die pure Faszination an automobiler Technik, die man dem stillen jungen Mann, der in seinem Abitur für Physik und Mathe büffelt, auch mit jedem Satz anhört und abnimmt. Er musste sogar ein Jahr warten, um endlich volljährig und im Besitz eines Führerscheins zu sein, um mitmachen zu können.

Schnell sind sie jedenfalls beide. Schon zu Beginn der ersten Runde der GT Academy konnten sich beide in den Top 20 platzieren und legten dann zum Ende hin noch einmal nach: "Vom Anfang bis zum Ende bin ich vielleicht eineinhalb Sekunden schneller geworden", beschreibt Alexander seine Entwicklung im Verlauf der ersten Phase. Als 18. und sogar 1. qualifizierten sich die beiden schließlich für die zweite Phase, die nationalen Finals, zu denen nur die jeweils 20 Zeitschnellsten der sechs Europa-Territorien eingeladen wurden.

Phase 2 - Salzburg Calling

Die Einladung führte sie zu einem zweitägigen Event im österreichischen Salzburg, dem dortigen Salzburgring, sowie dem Eventgebäude Hangar 7 von Red Bull am örtlichen Airport, wo nicht nur diverse harte Rennen auf der Konsole, sondern auch die ersten Fitnessübungen und eine erste Ausfahrt im realen Nissan 370Z auf die verbliebenen Kandidaten warteten. Für Sascha ein entscheidender Vorteil: "Ich hatte Glück, dass man dort auch direkt im Auto fahren musste, weil mir das Autofahren doch besser liegt als auf der Konsole[…]." So waren es am Ende der zwei Tage Sascha und Alexander die sich gegen 18 starke Kontrahenten durchsetzen und ein Ticket für das große Finale, das GT Academy Race Camp, lösen konnten.

Phase 3 - Welcome to the Home of British Motor Racing

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Mit einem kleinen aber feinen Umweg über das französische Department Sarthe, gelangten die beiden dann schließlich mit ihren 10 Kontrahenten aus den anderen europäischen Territorien nach Silverstone. Für Sehenswürdigkeiten und den Spirit des Traditionskurses aufzunehmen blieb den Kandidaten jedoch keine Zeit, wie Alexander zu berichten weiß: "Wir sind morgens früh um acht in Le Mans aufgebrochen Richtung Fähre […] und ab dann standen wir eigentlich nur noch im Stau […], sind dann Abends irgendwann angekommen und es hat geschüttet wie aus Eimern. Wir waren ziemlich fertig, am Ende und froh als wir dann hier den Schlafsaal gezeigt bekommen haben […]."

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Vom luxuriösen Leben eines Profi-Rennfahrers sind die Final-Teilnehmer in der eigens auf Silverstones Stowe Circuit - einem separaten Kurs im Infield des bekannten Grand Prix-Tracks - eingerichteten Rennfahrerschule trotz obligatorischer Playstation, Billard- und Kicker-Tisch noch weit entfernt. Die zwölf jungen Männer aus sieben europäischen Nationen teilen sich nachts einen großen Schlafsaal, werden morgens in aller Frühe vom Fitnesstrainer/Drill-Sergeant unsanft geweckt und zum SAS-Military-Training eingeladen und die Tagesschlechtesten müssen die Nacht draußen im LKW verbringen. Raue Sitten also die zweiweise mehr an Boot-Camp und Bundeswehr erinnern, als an Champagner, Lorbeerkranz und Podest.

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Nicht das einzige Novum der GT Academy für das Jahr 2011, denn erstmals müssen die Kontrahenten auch Hand in Hand mit ihren Landsleuten agieren und so beweisen, dass sie Teamplayer und keine Primadonnen sind. Als Außenstehender mag man da gerade beim deutschen Team zweifeln, denn schließlich liegen zwischen Alexander und Sascha nicht nur satte 14 Jahre Altersunterschied, sondern auch charakterlich könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein. Während Sascha vor wenigen Jahren als Profi im Downhill-Mountainbike-Zirkus unterwegs war und nur aufgrund einer schweren Knieverletzung von zwei realen auf vier virtuelle Räder umsattelte, stehen bei Alex klassische Rennspiele, wie NFS und rFactor daheim im Regal.

Karting in Le Mans und Triathlon in Silverstone

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Jury-Mitglied und Mentorin der zwei, Sabine Schmitz, kann derartige Zweifel jedoch leicht entkräften und versichert, dass die Stimmung im deutschen Team mit am besten ist. Das zeigte sich auch bei der Team-Challenge Triathlon, wo man unter anderem gemeinsam einen Wagen schieben musste. Außerdem teilen die beiden deutschen Kandidaten ein nicht unerhebliches Schicksal. Beide sind, der eine aufgrund seiner reinen Körpergröße, der andere aufgrund seines athletischen Körperbaus, mit weit jenseits 80 Kilogramm Körpergewicht schichtweg relativ schwer für professionelle Rennfahrer.

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Das bescherte den Jungs schon beim ersten Kart-Fahren in Le Mans ein nicht zu unterschätzendes Handicap. Alexander: "10 Kilo machen da teilweise locker eine Zehntel aus". Ähnlich schlecht lief es dementsprechend auch am Mittwoch, an dem später mit windschlüpfrigen Formel-Autos gefahren wurde. Dafür hatten aber sowohl Alexander als auch Sascha bei der ersten Herausforderung des Tages, dem Paintball-Tag-Rennen, sehr stark ausgesehen. Nachdem Saschas Bestmarke lange Zeit von keinem Kontrahenten geknackt wurde, konnte nur Alexander noch einen draufsetzen, der erst nach mehr als zwei Runden vom verfolgenden Nissan GTR und dessen Paintball-Schützen getroffen wurde. Fast ein Runde später als beinahe alle Konkurrenten.

Ende auf halber Strecke

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Doch auch diese eindrucksvolle Duftmarke, die Alexander im GTR auf dem Stowe Circuit gegen Mittag hinterlassen hatte, reichte leider nicht aus, als es am späten Abend zum ersten Jury-Entscheid ging in der je ein Teilnehmer aus jedem Land ausschied. Mit ihm mussten auch Bastien Bartsch aus Frankreich, Federico Pinna aus Italien, Edwin Bos aus den Niederlanden, James Hudson aus England und der portugiesische Vertreter Bruno Ferreira ihre Koffer packen und das Race Camp verlassen. Auch wenn sein Gesicht die Enttäuschung nicht ganz verbergen konnte, gab sich Alex nicht zu niedergeschlagen und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, in der er so etwas wie "Maschinenbau oder Fahrzeugtechnik" studieren möchte, um vielleicht eines Tages mit einer eigenen Konstruktion Rennen fahren zu können.

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Für Sascha hingegen ging der Wettkampf am nächsten Tag ungemindert weiter und die Niederlage mit den weit 100 PS starken, aber nur sehr kleinen und leichten Formel-Autos hatte er auch schon ganz gut verdaut. Als am nächsten Tag Testfahrten im frontgetriebenen Cup-Clio und der GT4-Rennversion des Nissan 350Z anstanden, schien es fast so, als wenn das sonst so aggressive Wettkämpfer-Gen in ihm zu mehr Coolness und Cleverness gemahnt hätte: "Die suchen auch nicht den der am schnellsten ist, sondern den der am konstantesten ist. Die wollen einfach konstante Zeiten und dass du mit dem Auto gut umgehst. Das heißt, Auto wegwerfen ist schon mal schlecht, Auto kaputtmachen ist schlecht und so weiter."

Echte Schrecksekunde

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Nach der zweiten Runde im GT4 350Z passierte dann aber das große Unglück, als sich der Münchner bei der Einfahrt in die schnelle erste Schikane des Stowe Circuit mit reichlich Qualm und Lärm drehte. Eine Streckenbegrenzung aus Kunststoff musste dran glauben, in die Reifenstapel oder gar Leitplanke schlug der Wagen aber zum Glück nicht ein. Trotzdem sprangen der Kandidat und sein Renninstruktor, der auf dem Beifahrersitz saß, aus dem Wagen, weil sich Öl auf der Windschutzscheibe gesammelt hatte und akute Brandgefahr bestand. Was genau die Ursache für den Unfall war, konnte nicht geklärt werden, aber Sascha berichtet davon, dass die Lenkung nach plötzlichem lautem Getöse blockiert habe.

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom In jedem Fall war es das Ende der Testfahrten für Sascha Meyenborg im 350Z GT4, denn der Wagen war nicht in kürzerer Zeit wiederherzustellen. So gingen dem Deutschen wertvolle Testkilometer im Vergleich mit den Konkurrenten verloren. Die Enttäuschung darüber wehrte jedoch nicht lange, denn nur kurze Zeit später gab Jury-Vorsitzender Eddie Irvine die Entscheidung bekannt, welche zwei der verbliebenen sechs Fahrer unmittelbar vor dem finalen Rennen ausgeschieden waren. Es waren Thomas Arends aus den Niederlanden und eben Sascha Meyenborg, der zumindest hinter vorgehaltener Hand bei vielen Pressekollegen als Mitfavorit auf den Titel galt.

Silverstone National und Siegerehrung

Gran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein RückblickGran Turismo 5: GT Academy 2011 Finale - Ein Rückblick  Zoom Der König der Gran Turismo-Spieler und baldiger Profi-Rennfahrer wurde dann in einem 20-minütigen Sprintrennen mit dem Nissan 370Z auf der National-Konfiguration des Silverstone Circuits ermittelt. Nach einem spannendem Zweikampf, der von mehrfachen Positionswechseln und mitunter wilden Slides geprägt war, setzte sich schließlich Jann Mardenborough aus Wales gegen Thibault Lacombe aus Frankreich durch. Rang drei ging an Carlos Murillo aus Spanien und abgeschlagener Vierter wurde der Italiener Danilo Bordine.

Jann Mardenborough darf und muss sich nun eine Saison lang auf englischen Rennpisten beweisen und dabei eine internationale Rennlizenz erwerben. Wenn die Ergebnisse des jungen Briten stimmen, wird er dann an den 24 Stunden von Dubai im Januar 2012 teilnehmen und dort die Fahnen von Gran Turismo, Sony und Nissan hoch halten.



Tags: GT5, Gran Turismo 5, GT Academy 2011, bericht, report, silverstone, race camp


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