In den letzten Jahren hat sich im Rennspiele-Genre eine äußerst aktive Community rund um das Thema Modding entwickelt die durch verschiedenste Erweiterungen - angefangen bei Fahrzeuglackierungen, über den ursprünglichen Funktionsumfang erweiternde Tools bis hin zu komplett neuen Fahrzeugen und optimierter Fahrphysik - dafür sorgt, dass von den Entwicklern nicht mehr unterstützte Titel auch heute noch gerne gespielt werden.
Für lebhafte Diskussionen sorgt in der Modding-Community gegenwärtig das Vorgehen von FIRST-Racing, einem Entwickler dessen Mitarbeiter einst für die Rennspieleschmiede Papyrus Racing Games arbeiteten und der alle Rechte am Spiel NASCAR Racing 2003 Season erworben hat.
Offener Brief an die Community
In einem offenen Brief hatte sich FIRST Racing-Präsident Dave Kaemmer Anfang März an die NR2003-Community gewendet und unmissverständlich dargelegt welche Art von Modifikationen erlaubt sind und welche die eigenen Urheberrechte verletzen.
Unter Hinweis auf die Entwicklung der neuen Rennsimulation FIRST-Racing, die auf dem Programmcode von NR2003 basiert, hatte Kaemmer gleichzeitig angekündigt, dass man im Notfall auch von der Möglichkeit Gebrauch machen wird die eigenen Rechte mit Hilfe geeigneter Maßnahmen zu schützen und dazu aufgefordert keine diese Rechte verletzenden Erweiterungen mehr zu verbreiten.
Während einige Webseitenbetreiber dem Wunsch nachkamen, wofür sich Kaemmer zwischenseitlich bedankte, kündigten auch einige Modder an ihre Tools und Erweiterungen ungeachtet möglicher Konsequenzen weiterhin anbieten zu wollen, da man das Vorgehen von FIRST-Racing in Frage stellt.
FIRST-Racing zieht vor Gericht
Dass Kaemmer keine leere Drohung aussprach, als er erklärte auch notfalls den Rechtsweg zu beschreiten, zeigt nun ein aktuelles Beispiel zu dem sich auf der offiziellen Webseite ausführliche Informationen finden.
So ist dort nachzulessen, dass FIRST-Racing am U.S. District Court eine einstweilige Verfügung gegen Timothy McArthur aus Concord, Kalifornien beantragt hat. Nach Darstellung des Unternehmens hat McArthur, den man als "fehlgeleiteten Modder" bezeichnet, durch die Verbreitung seiner Modifikationen für NR2003 gegen die U.S. Urheberrechtsbestimmungen verstoßen und gedroht den Softwarecode oder den Objektcode herauszugeben um damit zu erzwingen dass FIRST-Racing ihm gestattet seine illegalen Aktivitäten fortzusetzen.
FIRST-Racing hat deshalb eine einstweilige Verfügung beantragt die es McArthur untersagen soll die Software weiter zu verbreiten und ihn davon abhalten soll Dokumente zu vernichten die sein illegales Vorgehen belegen. McArthurs Stellungnahme zu den Anschuldigungen kann hier nachgelesen werden.
Kaemmer: "Respektieren die Arbeit der Modder"
"Rennsport und Computer sind unsere Leidenschaft. Wir lieben es, herauszufinden wie etwas funktioniert, und wir respektieren die Arbeit der Modder, die kreativ und talentiert sind. Gleichzeitig achten wir aber auch das Gesetz, welches die Arbeit kreativer Leute schützt. Diese Gesetze erlauben es uns schließlich von unserer Arbeit zu profitieren und hochwertige Simulationen zu erschaffen die die Leute lieben", unterstreicht Dave Kaemmer, Präsident von FIRST-Racing, in einer ersten Stellungnahme seinen Standpunkt.
"Wir hoffen, dass diese Sache schnellstmöglich geklärt wird, sodass wir uns wieder unserer Arbeit, die beste jemals entwickelte Rennsimulation zu erschaffen, zuwenden können", so Kaemmer in der Hoffnung auf eine schnelle Rechtsprechung zu Gunsten der NASCAR Racing 2003 Season-Entwickler und Rechteeigentümer weiter.
Der Ausgang der angestrengten Gerichtsentscheidung könnte im Fall eines Erfolges von FIRST-Racing richtungsweisend für die weitere Zukunft der Modding-Community sein, untersagen doch die meisten Spieleentwickler Dritten bestimmte Modifikationen an ihrer Software vorzunehmen.
+ 26.03.2005 MK

